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FASSADEN AUS EDELSTAHL ROSTFREI
Einleitung
Mit der Entwicklung von Edelstahl Rostfrei im Jahre 1912 wurde ein neuer, aufregender Werkstoff für das Bauwesen geschaffen, der hohe Festigkeit, hervorragende Korrosionseigenschaften und gute Umformbarkeit mit einem modernen, fortschrittlichen Image verbindet. Seit mehr als 70 Jahren wird Edelstahl Rostfrei als Fassadenbekleidung bei den größten Gebäuden der Welt eingesetzt – vom Chrysler Building in den dreißiger Jahren bis zu den Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur in den Neunzigern. Durch Verbesserungen in Materialherstellung und Verarbeitungstechnik, vor allem in den letzten 10 Jahren, stehen dem Architekten heute eine Vielzahl von Werkstoffen mit höherer Qualität und Festigkeit sowie eine große Auswahl an Oberflächen zur Verfügung.
Umspannwerk Elephant & Castle, London, England
Bauherr: London Transport Architekt: London County Council
Das 1962 erbaute Umspannwerk liegt auf einer großen Verkehrsinsel inmitten von Hauptverkehrsstraßen im Zentrum Londons. Trotz der starken Emissionen, vor allem durch den Straßenverkehr, wurde der Edelstahl nicht angegriffen und ist immer noch glänzend und fleckenfrei. Die Fassade wurde nie gereinigt, lediglich Regenwasser hat sie vor Ablagerungen durch Luftverschmutzung bewahrt. Die gedrückten Paneele (Werkstoff-Nummer 1.4401) haben eine Blechdicke von 0,7 mm.
CSM, Castel Romano, Italien
Bauherr: Centro Sviluppo Materiali, Castel Romano Architekten: Franco Donato, Aldo Matteoli, Elio Piroddi, Giulio Sterbini, Michele Valori, Mailand
Hauptverwaltung und Labors des „Centro Sviluppo Materiali“ CSM wurden 1968 in Castel Romano bei Rom erbaut. Nur vier Kilometer vom Meer entfernt, haben die gebürsteten Edelstahl Rostfrei-Fassaden und -Fensterrahmen (Werkstoff-Nummer 1.4401) dem aggressiven Klima standgehalten.
Forschung und Bildung
CPE Lyon, Frankreich
Bauherr: Département du Rhône, Lyon Architekten: Pierre Vurpas & Ass., Lyon
Die sich in ihrer Grundform stark unterscheidenden Erweiterungsbauten der Hochschule für Chemie, Physik und Elektrotechnik in Lyon ergeben durch den charakteristischen Einsatz der verwendeten Materialien ein einheitliches architektonisches Erscheinungsbild. Der geschwungene Verwaltungsbau, Balkone und Fluchttreppenhäuser treten durch ihre hochglänzende Edelstahlfassade stark in den Vordergrund. Die Verkleidung des Verwaltungsbaus mit Edelstahl Rostfrei-Lochblechen dient vor den großen Fenstern zugleich als Sonnenschutz. Diese Öffnungselemente sind flächenbündig in die Edelstahlaußenhaut eingebaut und können je nach Sonneneinfall unterschiedlich verstellt werden. Die Fluchttreppenhäuser und Balkone sind mit denselben Blechen verkleidet. Die sichtbar befestigten, gelochten Bleche haben eine Dicke von 1,5 mm. Die Fassadenpaneele sind mit Edelstahl Rostfrei-Winkeln an der Betonwand befestigt.
Horst-Korber-Sportzentrum Berlin, Deutschland
Bauherr: Landessportbund Berlin e.V. Architekten: Christoph Langhof Architekten, Berlin
Das „Landesleistungszentrum für Spielsport“ ist in zwei Baukörper gegliedert. Die große Halle ist weitgehend im Erdreich versteckt, während der andere, flache Bau, dessen Vorderfront geschwungen ist, zum Teil aufgeständert ist und Räume für Schulung, Verwaltung, Sportarzt, Cafeteria sowie das Sporthotel umfaßt. Die Gebäudeteile stehen sich mit ihren Längsseiten gegenüber und bilden eine Straße, die bestimmt wird durch in Rottönen schillernde Edelstahlfassaden. Die 1,5 mm dicken, mustergewalzten und elektrolytisch gefärbten Edelstahlbleche sind sichtbar an horizontalen und vertikalen Hut-Profilen befestigt, die mit senkrecht verlaufenden L-Profilen und Wandhaltern an der außen gedämmten Betonwand verankert sind.
Technology Skills Centre C3T in Valenciennes, Frankreich
Bauherr: Université de Valenciennes Architekten: X’TU Architectes Anouk Legendre & Nicolas Desmazières, Paris
Das C3T ist ein Forschungszentrum, das auf die Entwicklung neuer Technologien für Bodentransporte spezialisiert ist. Um die unterschiedlichen Bereiche des Gebäudes zu verdeutlichen, wurden gefaltete Edelstahlkassetten bei der Versuchshalle und blau lasierter Beton bei Büros und Übungsräumen verwendet. Die gekanteten Kassetten mit einer Größe von 900 x 2000 mm, deren Oberfläche gebürstet ist, sind mit Clips und Nieten an Omegaprofilen befestigt. Die diagonale Faltung der Kassetten, die dadurch entstehende leicht gebogene Form der Bleche und die Krümmung der Fassade selbst lassen mit unterschiedlichen Lichtreflexionen interessante Effekte und Strukturen entstehen.
UFR Géographie in Villeneuve d’Ascq, Frankreich
Bauherr: Université des Sciences et Techniques de Lille Architekten: X’TU Architectes Anouk Legendre & Nicolas Desmazières, Paris
Der ovale Baukörper mit Büros und Versuchsateliers wird im Erdgeschoß von einer durchgesteckten Bibliothek unterbrochen. Dunkle Ziegel im zurückversetzten Erdgeschoß, umlaufende Fensterbänder und Bekleidungen aus Edelstahl Rostfrei in den Obergeschossen verleihen dem Baukörper eine starke horizontale Gliederung. Die Unterkonstruktion besteht aus galvanisierten Stahl-U-Profilen mit Neoprenauflage, die mit Winkeln an der Betonwand befestigt sind und gitterartig unter den 3 mm breiten Fugen der 900 x 500 mm großen und 1,5 mm dicken Edelstahlbleche verlaufen.
Ausbildungszentrum der oberösterreichischen Landesnervenklinik in Linz, Österreich
Bauherr: Land Oberösterreich Architekt: Prof. W. Holzbauer, Wien
Der 100 m lange Bau des Ausbildungszentrums schließt den Gesamtkomplex der Klinik nach Süden zu einer Autobahn ab. Durch vertikale Fensterbänder und offene Fluchttreppenhäuser an den Enden wird die Südfassade formal abgetrennt. Auch die Wahl des Materials Edelstahl unterstützt die gestalterische Absicht, die losgelöste Wandscheibe von der Putzfassade zu differenzieren. Die verzinnten Edelstahlbänder sind in Falztechnik verlegt.
Museen
National Centre for Popular Music in Sheffield, England
Bauherr: Music Heritage Ltd., Sheffield Architekten: Branson Coates Architecture, London
Wie ein gelandetes Raumschiff läßt sich das außergewöhnliche Museumsgebäude auf dem Grundstück eines ehemaligen Fuhrparks nieder. Zwei Galerien, eine für Popgeschichte, eine für temporäre Ausstellungen, ein hochinnovatives Tontechnikstudio sowie ein Informationszentrum für Musikproduktion und Aufnahmetechnik besetzen je eine der vier „Trommeln“. Die facettierten Fassaden gehen in die Dächer über und enden in 11 m breiten Öffnungen, die den Luftaustausch sichern. Jede Trommel hat dreißig geschwungene Rippenträger aus Stahl, zehn davon tragen das Betondach. Ein Aluminiumtragsystem, das mit den Stahlrippen durch justierbare U-Winkelträger verbunden ist, hält die Edelstahlverkleidung. Die Verbindungsstellen von Trägern und Edelstahlpaneelen sind silikonversiegelt und unterstützen die Entwässerung.
Archäologiemuseum in Saint-Romain-en-Gal, Frankreich
Bauherr: Conseil Général du Rhône Architekten: Chaix & Morel, Paris
Das Archäologiemuseum an der Rhône gegenüber der Stadt Vienne befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen römischen Siedlung. 12000 qm Grundfläche sind auf zwei Gebäudeteile verteilt. Ein Bau aus Stahl und Glas, der auf Pfeilern über einer archäologischen Ausgrabungsstätte steht, beherbergt die Ständige Sammlung. Er ist über eine Brücke mit einem mit Edelstahl Rostfrei verkleideten Betonbau verbunden, der Büros, Magazine, ein Amphitheater, Cafeteria, Ausstellungsräume und Restaurierungswerkstatt aufnimmt. Um die 2230 x 1100 mm großen Kassetten in die Unterkonstruktion einzuhängen, wurden rückseitig Profile an das 2 mm starke Blech geschweißt.
Museum Liner in Appenzell, Schweiz
Bauherr: Stiftung Carl Liner Vater und Sohn, Appenzell Architekten: Annette Gigon & Mike Guyer, Zürich
Der ungewöhnliche, gezackte Baukörper beherbergt ein Museum, in dem die Werke zweier einheimischer Künstler ausgestellt werden. Oberlichtfenster in den Giebeln erhellen die Ausstellungsräume mit Tageslicht. Die so entstehende Form des Baukörpers weckt Assoziationen an die aneinandergebauten Satteldächer der Appenzeller Ortschaften und die regelmäßigen Sheddächer von Gewerbe- und Agrarbauten. Glasperlengestrahlte, matt schimmernde Edelstahl Rostfrei-Schindeln erinnern an die traditionellen, von der Witterung ergrauten Schindelfassaden der umliegenden Dörfer. Der massive Baukörper aus Mauerwerk ist vollflächig gedämmt. Die hinterlüftete Gebäudehülle – Dach und Wand – besteht aus 1017 einzelnen Schindeln in 585 verschiedenen Größen. Die 3,0 mm starken Edelstahlbleche sind verdeckt befestigt und werden von einer Kombination aus Holz- und Edelstahlprofilen gehalten.
Museum Naturalis in Leiden, Niederlande
Bauherr: HGB, regio West, Rotterdam Architekten: Verheijen, Verkoren, de Haan, Leiden
Im neuen Naturhistorischen Museum in Leiden ist die gesamte Sammlung der Niederlande untergebracht. Das Museum besteht aus vier Gebäuden, von denen jedes eine charakteristische Fassadenverkleidung besitzt. Die meisten Ausstellungsstücke bestehen aus organischem Material und müssen in abgedunkelten Räumen aufbewahrt werden, da sie sonst zerstört würden. Lediglich die Abteilung der Skelette ist weitgehend verglast und somit der einzige lichtdurchflutete Teil des Museums. Die übrigen Fassaden sind mit Edelstahl Rostfrei oder Terracottaplatten verkleidet. Der 60 m hohe Depotturm ist komplett mit Edelstahlschindeln verkleidet. Zwei unterschiedliche Plattengrößen, 400 x 400 und 800 x 800 mm, geben der Fassade ein subtiles Muster, das einer Schlangen- oder Fischhaut ähnelt. Der langgestreckte Baukörper des Bürogebäudes erhält durch die gekanteten Edelstahlpaneele mit den integrierten Fensterbändern eine markante, horizontal geprägte Struktur.
Verwaltung und Gewerbe
Provinzverwaltung Groningen, Niederlande
Bauherr: Gedeputeerde Staten Provincie Groningen, Groningen Architekten: Benthem Crouwel, Amsterdam
Für den Neubau der Provinzverwaltung von Groningen wurden im Stadtzentrum etliche Gebäude abgerissen, der historische Kern des Ensembles blieb erhalten. Alte und neue Gebäude ordnen sich entlang einer zentralen Erschließungsachse an. Bei den Neubauten spiegelt die Gestaltung die Funktion im Inneren wider: die Fassaden der Büroräume sind in rotem Klinker ausgeführt, der die Verbindung zum Bestand schafft; Eingangsbereich und Konferenzsäle sind mit Edelstahl Rostfrei verkleidet. Die 3 mm dicken, geschliffenen Edelstahlbleche sind mit einer speziellen Lochung versehen.
Verwaltungsneubau einer Versicherung in Coburg, Deutschland
Bauherr: HUK-Coburg, Immobiliengesellschaft, Coburg Architekten: hpp, Hentrich-Petschnigg & Partner KG, München
Das neue Verwaltungsgebäude für über 1800 Mitarbeiter einer Versicherung beinhaltet neben Büroräumen ein Bildungszentrum, Besprechungspool, Kantine, Zentralarchiv, einen unterirdischen Andienungshof sowie eine Sporthalle. Die hinterlüfteten Fassaden sind, abwechselnd je nach Bauteil, als vorgehängte Tonziegelfassaden oder gekantete Edelstahlverkleidungen ausgeführt. Das geschliffene, 1 mm dicke Blech wurde mit speziell angefertigten Matrizen gepreßt und nachgekantet. Im Sickenbereich der gekanteten Bleche sind von hinten Bolzen angeschweißt, um bajonettgestanzte Leichtmetallwinkel zu befestigen. Die Montage erfolgte mit unsichtbarer Einhängung in einem Wasserführungsprofil.
Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft in Hannover, Deutschland
Bauherr: Norddt. Metall-Berufsgenossenschaft Architekten: gmp, von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg
Der Verwaltungsbau besteht aus fünf parallel zueinander stehenden Gebäudescheiben, die durch eine diagonal angeordnete Verbindungsachse miteinander verknüpft sind. Zwischen den Scheiben, die Einzelbüros in freier Größenaufteilung enthalten, befinden sich eingeschossige Zwischenbauteile mit Konferenzräumen, Bibliothek und Archiven. Die hinterlüftete Fassadenbekleidung der sechsgeschossigen Büroriegel ist in Edelstahl-Wellblech mit gebürsteter Oberfläche ausgeführt. Die 1 mm dicken Bleche sind auf vertikalen, stranggepreßten L- und T-Profilen sichtbar verschraubt. Durch diese Profile entsteht eine vertikale Gliederung der Fassade über alle Geschosse.
Produktionsgebäude in Gradignan, Frankreich
Bauherr: Boyer SA, Gradignan Architekten: Luc Arsene-Henry & A. Triaud, Bordeaux
In dem Produktionsgebäude werden Edelstahltüren sowie Tanks für Nahrungsmittel und Chemikalien hergestellt. Die Edelstahlverarbeitung in der Fabrik wird durch das Gebäude selbst projiziert. Hierzu dienen Trapezbleche, wie sie aus dem Industriebau bekannt sind. Die tragende Stahlkonstruktion ist innen mit beschichtetem Stahlblech verkleidet, außen mit poliertem Edelstahl Rostfrei. Der Rippenabstand des Edelstahl-Trapezbleches mit einer Dicke 0,8 mm beträgt 550 mm.
Photostudio in Salzburg, Österreich
Bauherr: Stephan Kaindl-Hönig, Salzburg Architekten: Prasser und Lutz, Wien
Die kreisförmige, einem Kameraobjektiv nachempfundene Studiohalle, ein Anbau an ein bestehendes Einfamilienhaus, tritt durch ihre ungewöhnliche Form und Fassadenverkleidung in einen spannenden Dialog mit ihrer Umgebung. Die zweiseitig mustergewalzten und elektrolytisch gefärbten Edelstahl-Blechtafeln wurden in der Spenglerei vorgekrümmt und stabilisieren sich durch die Winkelstehfalze selbst. Auf eine horizontale Unterkonstruktion konnte somit verzichtet werden.
Verwaltungsgebäude in Helsinki, Finnland
Bauherr: Aspo OY, Helsinki-Herttoniemi Architekten: Eero Eskelinen, Jan Söderlund, Helsinki
Die Vielfalt der örtlichen Einflüsse prägt die lebendige Form des Baukörpers und die Wahl der Materialien dieses Verwaltungsgebäudes: im Norden angeschlossen an die Autobahn, im Osten an ein Industriegebiet, im Süden begrenzt durch den Ölhafen und im Westen durch die Meeresbucht. Der hohe Zentralkörper, ein weiß verklinkerter Massivbau, bildet einen Winkel entlang zweier Straßen. Die ergänzenden, leichteren Seitenmassen sind mit Edelstahl Rostfrei verkleidet. Die geradlinigen Straßenfassaden haben zwei Ebenen: als Hintergrund die Fensterbänder und die in horizontaler Richtung montierten Edelstahlkassetten; als äußere Ordnung Rohre, die die horizontalen Fugen verdecken und die Profile der Fensterstürze. Die zum Meer hin ausgerichtete bogenförmig ausgebildete Südwestfassade wird durch eine starr montierte Sonnenschutzkonstruktion ergänzt. Die individuell entwickelten Sonnenschutzelemente sind ein eigenständiger, außerhalb der Fassade liegender Bauteil, der frei am Randbalken des Terrassengeschosses hängt.
Bank in Biella, Italien
Bauherr: Cassa di Risparmio, Biella Architekten: Enrico und Luca Villani, Vercelli
Im Stadtzentrum von Biella, einem kleinen Ort bei Turin, befindet sich der Hauptsitz einer Bank mit Büros für Verwaltung und Management sowie einem Dienstleistungszentrum. Das massive, auskragende Obergeschoß beherbergt das Rechenzentrum. Die gebogenen und flachen, 1 mm und 1,5 mm dicken Bleche der Edelstahlverkleidung sind jeweils nur an einem Ende befestigt, um die thermische Längsausdehnung zu berücksichtigen.
Wohn- und Geschäftshaus in Luzern, Schweiz
Bauherr: SUVA Finanzabteilung, Luzern Architekt: Hans Eggstein, Luzern
Das Gebäude der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt ist horizontal durch unterschiedliche Nutzungen wie Läden, Bank, Büros und Wohnungen gegliedert. Durch seine Form und Materialien reagiert der Baukörper sowohl auf die verkehrsintensive Lage an einer Hauptverkehrsstraße als auch auf die kleinteilige, ruhige Bebauung auf der anderen Seite. Ein verbindendes Gestaltungselement der unterschiedlichen Bereiche ist die Fassadenbekleidung aus Edelstahl Rostfrei-Blechen. Auf der Rückseite der geschliffenen, 3 mm starken Edelstahlbleche sind Edelstahlprofile mit sichtbaren Schraubverbindungen befestigt. Die Montage dieser vorgefertigten Elemente am Gebäude erfolgt mit einem speziellen, verdeckten Einhängesystem. Es entsteht ein einheitliches Fugenbild mit 20 mm Fugenbreite und absolut geradkantigen Blechzuschnitten.
Bürogebäude in Aarburg, Schweiz
Bauherr: Franke Holding AG, Aarburg Architekten: Peter und Christian Frei, Aarau
Der zweibündige Neubau bildet den westlichen Abschluß des bestehenden Industrieareals und wird über eine viergeschossige Eingangshalle erschlossen. Die Geschoßdecken werden von einer Doppelreihe Wandscheiben entlang des Flurs getragen und kragen beidseitig 5 Meter aus. Zwischen diese Deckenscheiben sind raumhohe profillose Verglasungen eingesetzt. Jeder Büroraum hat, unabhängig von seiner Größe, einen ebenfalls raumhohen Lüftungsflügel aus Edelstahl Rostfrei. Auf diese Weise entsteht auf der ansonsten anonymem Glas-Edelstahl-Fassade ein Spiel von Gliederungselementen. Die innere Raumaufteilung wird nach außen abgebildet. Die Stirnseiten des Gebäudes sind mit Edelstahl-Kassetten verkleidet. Die Fassade zeigt die Möglichkeiten einer auf das äußerste reduzierten Konstruktion in Edelstahl Rostfrei. Die bewußte Wahl der Materialien und Formen unterstreicht das klare Gebäudekonzept. Auch das vom Baukörper abgesetzte Fluchttreppenhaus ist mit Edelstahl bekleidet: vertikale Z-Profile, die mit einem Zwischenraum aneinandergereiht sind, lassen den Treppenturm zugleich transparent und als geschlossenes Bauteil erscheinen.
Mapfre Tower in Barcelona, Spanien
Bauherr: Mapfre Insurance Company, Madrid Architekten: Ortiz León Arquitectos, Madrid
Die olympischen Spiele in Barcelona brachten eine Reihe von Baumaßnahmen mit sich, die das Stadtbild entscheidend veränderten. Das Areal zwischen dem Hafen und dem olympischen Dorf wurde mit einem Gebäudekomplex aus einem zweigeschossigen Einkaufszentrum, einem viergeschossigen Bürogebäude und einem 43 Stockwerke umfassenden Büroturm bebaut. Der quadratische, 153 m hohe Baukörper vermittelt durch die geschoßweise, kontinuierlich horizontale Fensterteilung ein klares und maßstabsgerechtes Erscheinungsbild. Die blau verglasten Fensterbänder sind nach außen geneigt und lassen die Fassade durch Reflexionen von Wasser und umliegenden Gebäuden vibrieren. Da die Fassade aggressivem Meeresklima standhalten und gleichzeitig ein positives Image vermitteln sollte, wurde als Material für die umlaufenden Reinigungsbalkone und Brüstungsbekleidungen Edelstahl Rostfrei gewählt.
High Tech Centre in Nieuwegein, Niederlande
Bauherr: Van Erkel Vastgoed Ontwikkeling B.V., Nieuwegein Architekten: CEPEZED, Delft
Zwei viergeschossige Betonskelettbauten sind über ein gläsernes Atrium miteinander verbunden. In diesem Atrium sind die vertikale und horizontale Erschließung, Küchen und Sanitärräume angeordnet. Die frei aufteilbaren, flexiblen Büroflächen sind an kleine und mittlere Computer- und Softwarefirmen vermietet. Auch die Außenwände zeigen einen aus dem Industriebau bekannten Aufbau: Sandwichpaneele, die sich mit Isolierglas-Fensterbändern abwechseln, sind vor der Betonkonstruktion montiert. Während die Innenseiten der mit 140 mm PVC-Schaum gedämmten Paneele aus 0,7 mm verzinktem, weiß beschichtetem Stahlblech bestehen, wurde außen 0,8 mm dickes, fein geschliffenes Blech aus Edelstahl Rostfrei verwendet.
Zollhof in Düsseldorf, Deutschland
Bauherr: KMR, Düsseldorf Entwurfs-Architekten: Frank O. Gehry & Associates, Inc., Santa Monica, California Ausführende Architekten: BM + P Beucker Maschlanka + Partner GbR, Düsseldorf
Durch Einfügen eines neuen, in drei Teile aufgeteilten Komplexes wird das industrielle Umfeld des alten Rheinufers aufgewertet: Platzräume werden geschaffen, Blickschneisen auf Hafenbecken und Rhein freigelassen. Die Gebäudekomposition und die Ausführung in drei unterschiedlichen Fassadenmaterialien ergeben zusammen eine eigenwillige Silhouette. In der Mitte liegt der kleinste Baukörper mit einer Fassade aus Edelstahlpaneelen, in dem sich die terracottafarbene Klinkerfassade im Süden und eine chamoisfarbige Putzfassade im Norden spiegeln. Das Formenspiel der tanzenden Baukörper wird hiermit noch unterstrichen. Der bewußte Einsatz des Materials Edelstahl ist bis ins Detail geplant. Durch die Art der Befestigung wird das konkav-konvexe Spiel der blankgeglühten Bleche durch deren Verwindung verstärkt, das verzerrte Bild wird als gestalterisches Element eingesetzt.
Technische Gebäude
CNAM in Saint Denis, Frankreich
Bauherr: Ministère de l’Education Nationale et de la Culture, Saint Denis Architekt: François Deslaugiers, Paris
Das neue Gebäude des Technikmuseums beinhaltet Lagerräume, Restauration und Forschung. Der langgestreckte Baukörper, dessen Fassade über eine Rundung direkt in das Dach übergeht, fällt inmitten der übrigen Lagerhäuser durch sein einzigartiges Erscheinungsbild auf. Wie einen Schatz beherbergt das technische Gebäude Objekte aller Größen und Materialien und schützt sie vor Feuchtigkeit, Licht und Temperaturschwankungen. Das 6 m breite und 4 m hohe Eingangstor integriert sich bei geschlossenem Zustand völlig in die Fassade aus bombierten Edelstahl-Trapezblechen.
Umspannwerk in Köln, Deutschland
Bauherr: GEW, Gas, Wasser- und Elektrizitätswerke, Köln Architekten: Sandro Graf von Einsiedel + Ksp Architekten, Köln
Das Umspannwerk versorgt das Areal des Kölner Mediaparks und angrenzende Stadtteile mit Strom. Die dynamische Dachlandschaft, Baukörpersilhouette und Materialwahl sollen den technischen Inhalt entsprechend nach außen vermitteln. Trafos und Spulen sind mit Basaltplatten verkleidet, die Mittelpunktanlage mit silberfarben beschichtetem Trapezblech und die Schaltanlage erhielt mustergewalzte Edelstahlpaneele. Die 1000 x 2000 mm großen Kassetten sind vor die wasserdichte Betonwand gehängt. Glasplatten als Trägermaterial vermindern Verzerrungen und Spiegelungen in den dünnen Blechen.
Neubau der Feuerwehrleitstelle in Berlin, Deutschland
Bauherr: Land Berlin, vertreten durch die Senats- verwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr Architekten: Fissler Ernst Architekten, Berlin Innerhalb der sehr heterogenen städtebaulichen Struktur nimmt das Leitstellengebäude als einer von vier Bauteilen der Gesamtanlage eine Sonderstellung ein. Neben den Bezügen zwischen Innenraum und Außenhaut mußte das Gebäude den erhöhten Ansprüchen an Sicherheit, Haltbarkeit und Wartungsfreundlichkeit technisch gerecht werden. Die erforderliche Abschirmung vor Blitzeinschlag und Spannungsschwankungen durch die nahegelegene Hochspannungsleitung wird durch die hinterlüftete Edelstahlfassade, die zusammen mit der Edelstahlbedachung die elektrische Ableitfähigkeit eines Faradayschen Käfigs besitzt, erfüllt. Die rückseitig antidröhnbeschichteten, genoppten 1,5 mm dicken Fassadenbleche sind an vertikalen Edelstahl-U-Profilen mit Edelstahlbolzen eingehängt. Die Unterkonstruktion besteht aus durchlaufenden Edelstahlwinkeln und justierbaren Gegenwinkeln. Die U-Profile sind zum Blitzschutz mit metallischem Überbrückungsband verspannt.
Heizkraftwerk in Salzburg, Österreich
Bauherr: Salzburger Stadtwerke AG, Heizkraftwerke Architekten: Marie-Claude Bétrix, Eraldo Consolascio, Zürich
Das neue Heizkraftwerk Salzburg Nord ist eine nach neuester Technik und mit allen erforderlichen Umweltschutzmaßnahmen konzipierte Energieversorgungsanlage. Gerade Betonwände, im Norden geneigt, bilden mit den gekrümmten Edelstahlflächen von Dach und Südfassade ein harmonisches Ganzes. Die 4 bis 5 mm dicken Edelstahl Rostfrei-Platten sind stumpf aneinander geschweißt, die Schweißnähte anschließend gebeizt und poliert. Da sich die Krümmungen in beiden Achsen der Dach- und Fassadenfläche ständig ändern, ist keine Blechtafel eben.
PDF: Fassaden aus Edelstahl Rostfrei
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